Wie Yoga mir meinen Mut zurück gegeben hat.

Aktualisiert: 20. Jan.

Passend zur Intention des Monats Januar '22 in DEIN STUDIO.

In diesem Blogbeitrag findest du u.a. Gründe dafür, wieso es so wichtig seinen eigenen Körper und all seine Ebenen ausreichend zu erkunden.



…wie viele Menschen fühlen sich zum Yoga hingezogen, weil sie dieses Bild von entspannten, ruhigen und gesund aussehen Menschen sehen, Menschen, die sich biegen und verdrehen können? Bilder die schick und glamourös aussehen.


Ich bin jetzt mal ehrlich was meinen Körper betrifft: Bis heute kriege ich keinen Handstand hin und werde es wahrscheinlich auch nie können.


Ich bin noch ehrlicher: in den ersten Jahren meiner Yogapraxis gab es wenig Stunden, wo ich nicht auf die Uhr geschaut habe und mir gewünscht habe “wann ist das hier vorbei?” - Bis ich meinen absoluten Lieblings Lehrer und Mentor fand.

Nach einem super busy Tag privat und beruflich lebte ich insgeheim nur noch für Shavasana am Ende der Klasse.


Und dann gab es da auf einmal noch etwas, wonach ich mich sehnte: die Disziplin, das Engagement, die Verlangsamung des Atems, die Präsenz und Verkörperung. Das ist besser als jede Gesprächstherapie.


Rückblickend glaube ich, dass mein Higher Self (Innere Weisheit, Intuition, mein Bauchgefühl, nenn es wie du möchtest) mich insgeheim schon darauf vorbereitete, dass FALLS die Scheiße irgendwann ins Rollen kommen würde, genau DAS die Praxis wäre, die ich brauchen würde.

Ich war damals in einem ziemlich stressigen Job, meine Reserven wurden leerer und plötzlich starb mein Vater und irgendwie brach das Kartenhaus zusammen.


Das hat was mit mir gemacht. Ich hatte den großen Plan aus den Augen verloren, hatte das Gefühl mich kaum über Wasser halten zu können, müde, ausgezerrt, gereizt und tod traurig.


Es gab glücklicherweise Menschen, mit denen ich reden konnte aber den letzten Kampf habe ich auf und mit meiner Yogamatte ausgefochten.

Ich kenne mich gut aus mit Bewältigungsmechanismen und Betäubung, aber ich merkte schnell, dass das diesmal nicht reichen würde.

Obwohl ich manchmal das Gefühl hatte, den Bezug zur Realität zu verlieren, grub ich tief und tauchte immer wieder auf meiner Matte auf.


Ich lernte durch Yoga meinen Körper kennen, ihn wirklich zu sehen und zu erleben - eben auch in schmerzhaften Momenten.

Ich begann zu verstehen, wie intelligent mein Körper ist. Auf welche verschiedenen Weisen er sich mir mitgeteilt hatte, war verblüffend. Außerdem begann ich meinen Verstand zu verstehen.


Obwohl es verlockend ist, Opfer zu spielen, sah ich, dass MEIN Verstand der Mechanismus war, der mich zum Zerreißen gebracht hat. Und jetzt, wo ich es sehen konnte, konnte ich etwas dagegen tun.

DIE KRAFT UNSERER GEDANKEN IST SEHR REAL und eine Möglichkeit sie zu verstehen, besteht darin, die körperliche Praxis wirklich zu vertiefen (nochmal: es geht nicht um verrückte Asanas!).


Lernst du deinen Körper kennen, ist das ein Tor, deinen Geist und deine Intuition kennenzulernen.

DANN kannst du den höheren Teil von dir selbst besuchen, die Seele, die wahre Essenz von DIR und das Leben selbst (Uff, jetzt wird's spiiiiiirituell aber nun ja, ich rede von Yoga und nicht von einem Kneipenbesuch - wobei… auch da denken sicher viele, sie finden ihr höchstes Selbst auf einmal ;) )

Das hat die Yogapraxis für mich bewirkt. Sie geht weit über die körperlichen Haltungen hinaus.



In jeder steifen Ecke meines Körpers war Schmerz, nicht nur körperlicher Schmerz, sondern dahinter eine Flut von Trauer… In der Stellung des Kindes habe ich Stunden verbracht und alles rausgelassen.


Je tiefer ich in die Praxis einstieg, desto mehr Dinge wurden freigesetzt. Und dann, irgendwann, fühlte sich mein Geist leichter an und ich begann, das zu umarmen, was sich wie ein neues Ich anfühlte, eine neue Schicht, die ich begrüßen durfte.


Falls du immer noch liest, dann darf ich dir sagen: Die Faszination dieser Praxis und die Heilung, die Yoga mir gebracht hat, mein Potenzial zu entdecken - all das erfüllt mich mit Ehrfurcht und ich bin dieser uralten Weisheit und alle den wundervollen Lehrern vor mir unendlich dankbar.


Vielleicht liest du das hier auch und hast das Gefühl manchmal aufgeben zu wollen, dann: Du bist nicht alleine! Lerne mit dem Unbehagen zu sein. Es wird unangenehm, aber es lohnt sich. Bleib in der Asana oder auf deinem Meditationskissen. Dinge werden hochkommen und schmerzen, aber irgendwann wirst du sehen, dass die Dinge die schmerzen, irgendwann schwächer werden und du dann die Kraft loszulassen und FREI zu sein.


Niemand will das hören, aber durch Ignorieren verschwindet nichts. Es staubt nur kurz ein und kommt dann mit voller Wucht zurück - meistens wenn du nicht damit rechnest.




P.S.: Wenn du das Gefühl hast, du brauchst in diesem Prozess Unterstützung, dann ist das vollkommen OK. Google nach Somatic Experience Practitioners, Körpertherapeuten oder Yoga Therapien in deiner Nähe. Hilfe anzunehmen ist keine Schande. Wir alle brauchen von Zeit zu Zeit mal Hilfe.